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„The Laughing Guru“
(New York Magazine | August 2010)
„Bewusstseinserheiterung“
(NEON | Februar 2011)
„Ran an die Mundwinkel“
(Yoga Journal | März – April 2011)
„Die Welt des Lachens ist grenzenlos“
(Lippische Landes-Zeitung | 04. Februar 2011)
Im Interview: Europäische Hasya (Lach) Yoga-Meisterin
(www.yogacolors.de | 28. Oktober 2010)
Weltlachtag: Yoga-Lehrerin
will einen neuen Club gründen
(Hamburger Abendblatt | 02. Mai 2009)
Lachyoga - der
heitere Weg zu Ahimsa
(Yoga-Vidya Journal | Frühling 2009)
Lachyoga - „Das
Lachen ist da und es muss raus“
(„Die Nordelbische“, Ausgabe 18 | 4. Mai 2008)
Humor steigert die Produktivität
(WELT.de | 1995 - 2005)
Lachyoga im Hamburger
Yoga-Vidya Center
(Yoga Vidya Journal, Ausgabe 19 | Sommer 2008 - Abschrift)
Hoho-hahaha
(GESUND | 10. Sep 2008)
"Lachyoga.
Denn Lachen ist die beste Medizin!"
(Magazin Pflegen und Wohnen | Juli / August / September 2008)
„The Laughing Guru“
New York Magazine | August 2010
Madan Kataria's prescription for total well-being.
Zum Artikel (englisch)
„Bewusstseinserheiterung“
NEON | Februar 2011
Für Depressionen, Armut und Krieg gibt es jetzt eine Lösung: Lachen!
Zum Artikel
„Ran an die Mundwinkel“
Yoga Journal | März – April 2011
In Bad Meinberg findet der 2. Lachyoga-Kongress statt.
Zum Artikel
„Die Welt des Lachens ist grenzenlos“
Lippische Landes-Zeitung | 04. Februar 2011
Yoga-Meister Sukadev Volker Bretz über Sinn und Zweck des Lachyoga-Kongresses im April in Bad Meinberg.
Zum Artikel
Weltlachtag: Yoga-Lehrerin
will einen neuen Club gründen
Hamburger Abendblatt | 02. Mai 2009
Elmshorn: Einladung zum Lachen
von Claudia Eicke-Diekmann
Initiative erklärt, wie Gelächter als Therapie bei seelischen und
körperlichen Krankheiten eingesetzt wird.
Elmshorn. Die beiden Frauen reichen sich die Hand. Gleichzeitig
lachen sie laut los. "Hahaha". Aus tiefsten Herzen kommen
die Laute. Was war denn jetzt bloß so lustig? "Gar nichts",
sagt Gabriela Leppelt-Remmel und lacht.
Barbara Marn, die Vorsitzende der Friedensinitiative im Einwandererbund
Elmshorn, stimmt ein ins Gelächter. Die beiden verstehen sich bestens.
Wen wundert's? Die Frauen haben sich beim Lachen in Hamburg kennengelernt.
Gabriela Leppelt-Remmel ist Lach-Yoga-Lehrerin, Barbara Marn lernt
noch und will ihre Lach-Seminar-Erfahrungen in Elmshorn weitergeben:
Sie will einen Lachclub gründen.
Kinder lachen bis zu 400 Mal am Tag. Erwachsen schaffen es nur noch
auf allerhöchsten auf 20 Mal. Das ist viel zu wenig, sagen Lachforscher.
Lachen ist nämlich gut, wirkt positiv auf Immunsystem, Blutdruck,
Blutzucker, Kreislauf und Verdauung. Wie lautete noch immer der Spruch
unserer Großeltern? Lachen ist die beste Medizin? Stimmt.
Längst sind sich Wissenschaftler weltweit einig: Lachen ist Therapie.
Es fördert die Genesung von schweren Erkrankungen. Es holt die Seele
auf dem tiefsten Tief heraus. Lachen ist noch mehr. Wer ganz viel
lacht, hat die Kondition eines Leistungssportlers. "Mehrere
hundert Muskeln sind beim herzhaften Lachen aktiv", sagt Gabriela
Leppelt-Remmel. "Eine Minute Lachen ist so anstrengend wie zehn
Minuten Rudern."
Lachen ist zudem der einzige Sport, der das Zwerchfell, das wichtigste
Atemorgan, trainiert. Nun bietet das Leben nicht jedem und ständig
Anlass, laut loszulachen. Braucht es auch nicht. Lachen lässt sich
nämlich lernen. Das grundlose Lachen bedarf keines Humors. "Es
ist ein rein körperliches Lachen. Der Körper kennt allerdings das
Konzept", erklärt Gabriela Leppelt-Remmel. "Deshalb folgt
der Geist ganz schnell nach."
Lachen macht Freude und Freunde. "Wenn ich eine Stunde mit
einem Menschen gelacht habe, vergesse ich ihn nie wieder", sagt
Barbara Marn. "Lachen überwindet Sprachbarrieren und verbindet
die Völker." Das ist der Grund, warum die Vorsitzende der Friedensinitiative
derzeit im Einwandererbund einen Lachclub in Elmshorn aufbaut. "Lachen
ist die Ursprache des Menschen, es drückt Friedensabsicht ehrlicher
und direkter aus, als viele Worte.
Beim ersten Treffen im April kamen 25 Menschen aus der Türkei, aus
Italien, Spanien, Russland, Afghanistan, Syrien und Deutschland im
Haus des Einwandererbundes in der Feldstraße zusammen. Es habe ziemlich
viel zu Lachen gegeben, versichert Barbara Marn.
Morgen, Sonntag, 3. Mai, ist Weltlachtag. Überall auf der Welt treffen
sich die Menschen, um gemeinsam zu lachen. Auch in Elmshorn wird
gelacht: Die Friedensinitiative im Einwandererbund lädt zum Lachen
mit einer Lach-Yoga-Lehrerin auf der Steindammwiese ein. Treffpunkt
ist um 15 Uhr auf dem Parkplatz Holz Junge, Julius-Leber-Straße 4.
Das kann ja heiter werden.
Lachyoga - der
heitere Weg zu Ahimsa
Yoga-Vidya Journal | Frühling 2009
„Ein gesunder Mensch lacht und ist glücklich“.
Dieses Zitat stammt von Swami Sivananda, einem großen Yogameister
des letzten Jahrhunderts. Sein intuitives Wissen über die segensreiche
Heilkraft des Lachens auf Körper, Geist und Seele wird heutzutage
durch die Wissenschaft vom Lachen (Gelotologie) in vielfacher Hinsicht
bestätigt. Wer viel lacht, schützt sich auf natürliche Weise.
Der Herzschlag steigt, Blutdruck und Kreislauf werden angeregt,
der Atemrhythmus wird beschleunigt, die Länge und Dauer der Ausatmung
wird gesteigert und die Lungen wesentlich stärker durchlüftet. 17
Gesichtsmuskeln und Hundert sonstiger Muskeln werden beansprucht.
Die Produktion und Zirkulation von Glückshormonen und das Immunsubstanzen
wird stimuliert. Die Schmerztoleranz wird erhöht. Das Gehirn bekommt
eine Sauerstoffdusche, was die kognitiven Fähigkeiten fördert. Noch
24 Stunden nach intensivem Lachen besteht eine erhöhte Immunabwehr.
Man fühlt sich entspannt und gelöst.
Auf Basis dieser Erkenntnisse aus der Lachforschung (Gelotologie)
wurde Lachyoga (Hasya Yoga) 1995 von dem indischen Arzt und Yogalehrer
Dr. Madan Kataria entwickelt. Seine Frau Madhuri, die ebenfalls Yogalehrerin
ist, war maßgeblich daran beteiligt. Weil viele seiner Patienten
in Mumbai (früher Bombay) zu arm waren, um Medikamente bezahlen zu
können, forschte der Internist nach alternativen Möglichkeiten. Hierbei
entdeckte er, dass im Lachen ein großes Potenzial an gesundheitsförderlichen
Eigenschaften steckt.
Lachen wir schon genug?
Oder warum sollten wir mehr lachen? Auf dem Wellness- und Esoterik-Markt
gibt es genug Angebote, um sich in einen Rundum- Wohlfühl-Zustand
versetzen zu lassen. Wir haben doch genug Anlässe zu lachen, oder?
Genau das haben wir verinnerlicht. Wir lachen mit dem Kopf, wir brauchen
einen Grund. Unser Lachen ist von Auslösern abhängig, denen ein kognitiver
Prozess vorausgeht. Wir geben uns die Erlaubnis zu lachen, wenn wir
glauben, dass es passt. „So lachen wir nicht nur nicht ohne ausreichenden
Grund, wir lieben auch nicht ohne ausreichenden Grund. Wir sind nur
glücklich, wenn Gründe dafür vorhanden sind. Ist dies alles wirklich
notwendig?“ fragt der Soziologe Walter Birklbauer in seinem Buch
„Warum Lach-Yoga?“
Oder geht uns das Lachen verloren?
Kleinkinder gackern und prusten bis zu 400 mal am Tag, mit und ohne
Grund. Sie lachen körperlich und aus vollstem Herzen. Bei einer Emnid-Umfrage
aus dem Jahr 2005 gaben ein Drittel der Befragten an, schon lange
nicht mehr laut gelacht zu haben. 91 Prozent wünschten sich, öfter
mit anderen scherzen zu können. In den fünfziger Jahren wurde rund
dreimal soviel gelacht wie heute - durchschnittlich 18 Minuten pro
Tag. Das erscheint paradox, angesichts der Not nach dem zweiten Weltkrieg.
Hohe Arbeitslosenzahlen, hohe Scheidungsquoten, Einsamkeit und wachsender
Arbeitsdruck sind vielleicht einige der Gründe, die uns zum Lachen
anscheinend in den Keller gehen lassen.
Was ist Lachyoga?
Lachyoga hat keinerlei Affinität zu Comedy, Entertainment oder Performance.
Manche Medienvertreter glauben aus Unkenntnis, hier immer wieder
einen Zusammenhang herstellen zu können. Verständlicherweise, denn
es ist so erheiternd Lachyogis beim „Löwenlachen“ zuzuschauen, wenn
sie Augen rollend die Zunge herausstrecken, herumgaukeln und grimmiges
Gelächter aus ihren Kehlen ertönt. Hasya Yoga ist ein funktionierendes
Werkzeug, ein Programm, das es ermöglicht, auch ohne Grund zu lachen.
Es ist wie ein Korkenzieher, der einen edlen Tropfen zugänglich macht.
Hasya Yoga führt den Praktizierenden an seine Lachquelle. Die unterschiedlichen
Übungen regen dazu an, zunächst einmal willentlich, künstlich zu
lachen. Man tut so als ob man lachen würde, so wie ein Schauspieler
in einer Rolle. Früher oder später macht es „Plopp“ und der echte
Lach-Kick kommt. „Fake it, fake it, until you make it“, heißt es
unter Lachyogis. Lachübungen werden meistens in Gruppen praktiziert,
weil es so ganz leicht ist, vom zunächst simulierten Lachen in echtes
Lachen überzuwechseln. Für den Körper macht es keinen Unterschied,
ob er einen realen Grund zum Lachen hat oder nicht. Die physiologischen
und psychologischen Abläufe beim Lachen sind eng miteinander verwoben.
Wie wirkt Lachyoga?
In seinem Buch bezieht sich Walter Birklbauer auf neuronale Wirkungen.
Er schreibt „Sämtliche Formen psychischer Prozesse spiegeln sich
wiederum in neuronalen Erregungsmustern wider, die von frühester
Jugend an immer wieder aktiviert und wiederholt werden und so die
Bereitschaft für die leichtere Auslösbarkeit einer emotionalen Richtung
bahnen.“ In unserem unbewussten Gedächtnis hinterlassen Lebenserfahrungen
tiefe Spuren und prägen so unser Verhalten. Gute Erfahrungen werden
anders abgespeichert als schlechte. Eine negative emotionale Grundrichtung
erzeugt eher Stresshormone, eine positive emotionale Grundrichtung
eher Glückshormone. Häufiges Wiederholen bedeutet Training des jeweiligen
neuronalen Erregungsmusters. „Die mit negativen Emotionen befassten
Hirnregionen entwickeln sich besonders gut.“ (Grawe 2004) Nervenzellen
können wachsen und sich verändern. Die Hirnforschung hat herausgefunden,
dass neuronale Verbindungen offenbar wie ein Muskel funktionieren.
Der wissenschaftliche Fortschritt macht sichtbar, dass psychische
Vorgänge stets mit körperlichen Reaktionen verbunden sind.
„Die Fantasie wird zur Wirklichkeit durch die Wirklichkeit
der Fantasie“,
bringt es Birklbauer auf den Punkt. Lachyoga löst positive Erregungsmuster
aus und erzeugt diese. Lachen „füttert“ uns mit Endorphinen und trainiert
unsere neuronalen Ressourcen. Beim Meditieren werden auch ähnliche
Erregungsmuster angelegt, wie beim realen Erleben. Die Simulation
ist zwar unecht, was sie aber im Körper auslöst, ist echt. „Lachen“
ist plötzlich nicht mehr nur lustig, sondern macht unerwartet auch
Sinn.“ „Wer künstlich lacht, kitzelt das Lächeln. Das spielerische
„so-tun-als-ob“ wird zum kleinen Hilfsfallschirm, der keine andere
Bedeutung hat, als genau diese, nämlich das Öffnen des Hauptfallschirms
sicherzustellen“ so Birklbauer. Menschen, die unter Depressionen
leiden, kann Lachyoga ein Adjutans sein, welches dabei behilflich
ist, Medikamente zu reduzieren.
Ein „Löwenlachen“ zur Entspannung
Lachyoga-Übungen sind einfach und effektiv. Sie bestehen aus einer
Kombination aus Dehn-, Klatsch-, Atem- und Lachübungen, die verschiedene
Organsysteme ansprechen. Die ersten Übungen beginnen normalerweise
mit initiiertem Lachen, das früher oder später in echtes Lachen übergeht.
Die Teilnehmer lachen miteinander und nehmen so visuell und akustisch
zueinander Verbindung auf. Die Gesichter und Blicke zu sehen ist
ebenso ein wesentliches Lachyoga-Element wie das Kichern und Prusten
der anderen zu hören. Mittlerweile gibt es Hunderte von Übungen,
die lustige Namen haben wie „Löwenlachen“, „Gurulachen“, Jackpot-Lachen“
oder „Handylachen“. Auf der ganzen Welt verbreitet sich diese Methode
in beeindruckender Weise. In mehr als 10.000 Lachclubs in 100 Ländern,
wovon über 100 Lachclubs in Deutschland sind, wird kollektiv gelacht.
Ahimsa durch Lachyoga
Lachclubmitglieder pflegen einen herzlichen und friedlichen Umgang
miteinander. Wer miteinander lacht, benötigt keine Maske, um sich
dahinter zu verstecken. In Lachclubs gilt der Grundsatz, nicht auf
Kosten anderer zu lachen. Mit der Zeit bilden sich auf natürliche
Weise yogische Tugenden heraus, wie Ahimsa, das Nicht-verletzten
durch Gedanken, Worte oder Taten. Wer im Frieden mit sich selbst
ist, verbreitet ihn auch unter seinen Mitmenschen. Regelmäßiges Lachtraining
entwickelt die Fähigkeit, auch im Alltag häufiger und ausdauernder
zu lachen, weil die entsprechende Muskulatur gekräftigt wird und
wie wir gesehen haben, das Gehirn immer mehr Rezeptoren hierfür bildet.
So entdeckt ein Lachyogi viele Anlässe für Heiterkeitsausbrüche,
die ihm früher wohlmöglich kaum ein müdes Lächeln entlockt hätten.
Der Sinn für tiefgründigen Humor verfeinert sich und eine liebevoll
geprägte Selbstironie schiebt sich vor übertriebene Ernsthaftigkeit
und den heutzutage weit verbreiteten Perfektionismus- Anspruch. Denkblockaden
werden aufgelöst und Kreativität kommt ins Fließen. Talente können
sich frei entwickeln. Ein Lachyogi verfügt mit der Zeit über ein
besonders subtiles Empfinden im Manipura-Chakra. Das Vishuddha-Chakra
wird beim Lachen in positive Schwingungen versetzt, was Auswirkungen
auf die Schilddrüse, Ausdrucksvermögen und Stimme hat. Lachen spricht
auch alle anderen Chakren an.
Anwendungsgebiete
In Indien werden Polizisten in Lachyoga geschult. Auch in Gefängnissen
dort versucht man Aggressionen und Depressionen der Insassen mithilfe
von Lachyoga-Übungen zu mildern. An vielen Schulen in Indien machen
die Schüler morgens auf dem Hof unter Anleitung Lachyoga-Übungen.
Die mit Abstand meisten Lachclubs existieren auf dem Subkontinent,
der Wiege des Lachyogas. Eine Lach-Session dauert nur 20 Minuten
und findet meist morgens vor der Arbeit statt. Hierzulande findet
Lachyoga eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. Als Add-on beim
Hatha-Yoga, in sämtlichen therapeutischen Zusammenhängen, beim Sport,
im Wellness- Bereich, in Selbsthilfe-Gruppen von chronisch Kranken,
in Senioren-Gruppen, im Business, im Rahmen der Gesundheitsvorsorge
uvm.
Lachyoga
„Die Nordelbische“, Ausgabe 18 | 4. Mai 2008
„Das Lachen ist da und es muss raus“
Von Simone Viere
Hamburg-Rahlstedt - Mit geschlossenen Augen sitzen wir im Kreis und
summen - es hört sich an wie in einem Bienenstock. Ich bin neugierig
und öffne die Augen einen Spalt, um in die Runde zu blicken. Die
anderen zehn Frauen wirken sehr konzentriert und brummen innig
die „Bienenmeditation“. Irmgard, mit 87 Jahren die Älteste hier
in der Lach-Yoga-Runde, blinzelt auch. Ich fühle mich ertappt.
Kurz lächeln wir uns an, dann schließe ich meine Augen wieder und
summe: „hammmm, hammmm, hammmm“.
Ich sitze im Gemeindehaus der Martinskirche. Montagabends trifft
sich hier ab halb sieben der Lachclub Hamburg-Rahlstedt. Ich bin
hierher gekommen, um zu Lachen. Ich weiß nicht, wie das auf Anhieb
funktionieren soll, in einer Gruppe mir völlig fremder Menschen.
„Lasst die Augen geschlossen, und stellt euch vor, dass die Hummeln
und Bienen euch überall kitzeln, am ganzen Körper und besonders am
Zwerchfell“, sagt die Kursleiterin Gabriela Leppelt-Remmel. Bevor
ich mir überhaupt eine Biene vorstellen kann, prustet Bärbel schon
los. Anna fällt mit ein und die ganze Gruppe beginnt laut und aus
vollem Herzen zu lachen. Ich komme mir blöd vor und bin angespannt.
Doch dann kann auch ich es nicht mehr unterdrücken. Es will raus.
Zuerst zaghaft, dann immer lauter. Ich muss einfach mitlachen. Es
ist ansteckend.
Ich öffne die Augen. Bärbel wiegt ihren Körper vor und zurück. Sie
klopft sich auf die Oberschenkel und schnappt nach Luft. Auch Anna
hält es fast nicht mehr auf ihrem Stuhl. Mit geschlossenen Augen
lachen die Frauen, bis ihnen die Tränen kommen.
„Beim Lachen werden 17 Muskeln im Gesicht und 97 weitere Muskeln
im Körper beansprucht“, erklärt Gabriela Leppelt-Remmel. 20 Sekunden
lachen sei so anstrengend wie zehn Minuten rudern und dabei sehr
gesund, denn Immunsystem, Herz-Kreislauf-System und die Atmung würden
trainiert. Neben der körperlichen habe es auch eine psychologische
Wirkung: „Lachen befreit. Es steigert die Lebensfreude und macht
einfach fröhlich“, so die Yogalehrerin.
Mittlerweile haben wir die Stühle zur Seite geräumt und bewegen
uns im Raum. Mit einem lauten „Hoho, Haha“ laufen wir durcheinander
und schauen uns dabei an. Einige Frauen ziehen Grimassen und lachen.
Das ist anstrengend, und ich bin froh über eine kurze Übung zum Entspannen.
Als nächstes stehen wir dicht gedrängt in der Raummitte und stellen
uns vor, in einer überfüllten U-Bahn zu stehen. Aufgabe diesmal ist
es, nicht zu lachen. „Muss wohl eine Hamburger U-Bahn sein“, ruft
eine Kursusteilnehmerin und allen fällt es sichtlich schwer, nicht
schon wieder loszugackern.
Wir wippen mit den Knien, einen Arm zur Decke gerichtet - zum Festhalten
- und blicken uns gegenseitig in die Augen. Die Spannung steigt und
ich merke, wie sich kaum noch jemand zurückhalten kann. Die Yogalehrein
gibt ein Signal und endlich bricht das erlösende Lachen los.
Nach der Stunde erzählt mir Uta, dass sie lange nach einer Lachgruppe
gesucht habe: „Ich habe viel mit Depressionen zu tun und bin jetzt
seit einem Monat dabei. Es ist das Beste, was mir passiert ist“.
Anna pflichtet ihr bei: „Manche finden das albern, aber eigentlich
gibt es hier keine Hemmungen. Das Lachen ist da und es muss raus.“
Ich kann verstehen, was sie meint.
Weitere Informationen zum Lachyoga und zum Weltlachtag am 4. Mai
finden Sie im Internet unter www.yogilachen.de.
Weitere Mitlacher sind jederzeit willkommen. - Speziell
für Pastorinnen und Pastoren plant Gabriela Leppelt-Remmel in Hamburg
einen kostenlosen Lachyoga-Schnupperkursus. Lediglich ein Raum müsste
zur Verfügung gestellt werden.
Interessierte können sich unter Tel. 040.64892391
oder via E-Mail info@yogilachen.de,
melden.
Humor
steigert die Produktivität
WELT.de | 1995 - 2005
Täglich 15 Minuten lachen hält das Herz fit | Gestärkte
Immunabwehr
Lachclubs und Humorseminare im Trend
von Samiha Shafy
Zürich - Die Deutschen haben ein ernstes Problem: Ihnen ist das Lachen
vergangen. Bei einer Emnid-Umfrage gab jüngst ein Drittel der Befragten
an, schon lange nicht mehr laut gelacht zu haben. 91 Prozent wünschten
sich zudem, öfter mit anderen scherzen zu können. In den fünfziger
Jahren wurde rund dreimal soviel gelacht wie heute - durchschnittlich
18 Minuten pro Tag.
Die Arbeitslosenzahlen sind hoch und auch privat werden die im Frust
vereinten Bundesbürger nur noch selten froh: Fast jede zweite Ehe
wird geschieden, Kinder entwickeln sich zur Rarität. Dabei könnte
gerade der Nachwuchs gute Laune verbreiten: Kleinkinder prusten und
kichern bis zu 400mal täglich los, während sich Erwachsene nur noch
15mal am Tag zu einem schmallippigen Grinsen durchringen. Das muß
sich ändern, fordern nun Gelotologen, zu deutsch Lachforscher, und
preisen die segensreichen Nebenwirkungen des Lachens auf die Gesundheit.
So soll Lachen etwa die Durchblutung verbessern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
vorbeugen, meldete im März ein Forschungsteam um Michael Miller vom
University of Maryland Medical Center in Baltimore. Die Forscher
zeigten 20 Testpersonen in einem Abstand von zwei Tagen jeweils einen
Ausschnitt aus einer Komödie und einem Kriegsdrama. Vor und nach
der Filmsequenz überprüften sie per Ultraschall die Durchblutung
der Hauptschlagader des Oberarms. Bei 19 der 20 Versuchspersonen
war die Durchblutung nach der Komödie erhöht. Nach dem Kriegsdrama
wiesen dagegen 14 Personen eine verschlechterte Durchblutung auf.
Beide Effekte ließen sich noch mindestens eine halbe Stunde nach
dem Film nachweisen.
Lachen trage dazu bei, das innerste Gewebe der Blutgefäße, das sogenannte
Endothel, gesund zu halten, folgerten die Forscher. Dieses reguliert
den Blutfluß und den Innendruck der Blutgefäße. Für ein gesundes
Herz-Kreislauf-System empfiehlt Studienleiter Miller deshalb neben
genügend Sport eine tägliche Lachdosis von mindestens 15 Minuten.
Damit könnte man auch gleich seine Immunabwehr stärken, wie eine
Untersuchung des Mediziners und Lachforschers Lee Berk von der Loma
Linda University in Kalifornien ergab.
Berk zeigte seinen Probanden ein lustiges Video. Vorher und nachher
wurde ihnen Blut abgenommen. Das Lachen habe die Anzahl der natürlichen
Killerzellen und den Antikörperspiegel im Blut bis zu zwölf Stunden
nach der Videovorführung erhöht, berichtete Berk 2001 im Fachmagazin "Alternative
Therapies". In den letzten Jahren entdeckten die Gelotologen
immer mehr gesundheitsfördernde Wirkungen von Heiterkeitsausbrüchen.
So soll Lachen auch den Blutdruck senken, Allergien lindern, die
Produktion von Glückshormonen, sogenannten Endorphinen, steigern
und sogar vor Krebs schützen.
Für die skurrilste Schlagzeile sorgte im vergangenen Juni ein US-Forschungsteam
um Maciej Buchowski von der Vanderbilt University in Nashville: Durch
10 bis 15 Minuten intensives Gelächter am Tag könne man in einem
Jahr durchschnittlich zwei Kilogramm abnehmen. Dies fanden die Forscher
heraus, indem sie 90 Versuchspersonen zehnminütige Ausschnitte aus
der "Cosby Show" vorführten und dabei ihren Energieverbrauch
ermittelten.
Professor Willibald Ruch, Leiter der Fachgruppe Persönlichkeitspsychologie
und Diagnostik an der Universität Zürich, vernimmt die frohen Botschaften
der Lachforscher mit Skepsis. "Es besteht eine Kluft zwischen
diesen Studienresultaten und den tatsächlich belegten Fakten",
sagt der Experte, der sich seit 25 Jahren mit verschiedenen Aspekten
des Humors befaßt. Die gesundheitliche Bedeutung des Lachens werde
vor allem in Medienberichten häufig überschätzt, kritisiert Ruch. "Es
gibt zwar mehr positive als negative Belege, aber die Ergebnisse
der verschiedenen Studien sind nicht konsistent."
So hätten etwa andere Untersuchungen zur Immunabwehr die positiven
Resultate von Berk nicht bestätigt. Auch die angeblich durch Lachen
gesteigerte Produktion von Glückshormonen oder eine anhaltende Senkung
des Blutdrucks hätten sich bisher nicht definitiv belegen lassen.
Rod Martin, Psychologieprofessor an der University of Western Ontario,
teilt Ruchs Zweifel an den Heilsversprechen mancher Lachforscher: "Trotz
der Popularität der Idee, daß Humor und Lachen einen signifikanten
gesundheitlichen Nutzen haben, sind die gegenwärtigen empirischen
Beweise dafür generell schwach und nicht schlüssig", urteilte
der Kanadier im "Psychological Bulletin". Ruch relativiert
jedoch seine Kritik: "Aus den methodischen Mängeln mancher Studien
sollte man nicht schließen, daß an den Hypothesen nichts dran ist." Vielmehr
wären weitere Untersuchungen nötig.
Er selbst konnte kürzlich zusammen mit dem Pneumologen Martin Brutsche
vom Universitätsspital Basel nachweisen, daß regelmäßiges Lachen
bei lungenkranken Patienten die Funktionsfähigkeit der Lungen verbessert.
In einer anderen Studie hat Ruch zudem gezeigt, daß Lachen hilft,
körperliche Schmerzen besser zu ertragen. Dazu zeigte er 56 Versuchspersonen
einen Ausschnitt aus einem Mister-Bean-Film und ließ sie unmittelbar
vor und nach dem Film sowie 20 Minuten danach ihre Hände in eiskaltes
Wasser eintauchen. Das Ergebnis: Wenn die Probanden den Film wirklich
lustig fanden, stieg sich ihre Schmerztoleranz deutlich und war auch
noch 20 Minuten nach Filmende erhöht. Bei bloßer Ablenkung ließen
sich Schmerzen zwar auch besser ertragen, aber der Effekt sei nicht
von Dauer, erklärt Ruch.
In manchen deutschen Krankenhäusern wird diese Erkenntnis bereits
genutzt. Nach dem Vorbild des amerikanischen Arztes Patch Adams versuchen
Klinik-Clowns, kranke Kinder zum Lachen zu bringen. Naheliegend scheint
es, Lachen auch bei psychischen Krankheiten als therapeutisches Mittel
einzusetzen. Der Psychologe und Psychotherapeut Michael Titze aus
Tuttlingen befaßte sich bereits Ende der siebziger Jahre als einer
der ersten Deutschen mit therapeutischem Humor.
"Durch Heiterkeit wird negativer Streß abgebaut", sagt
Titze. Er setzt bei seiner Arbeit weniger auf verbalen Humor als
auf kindliches Herumblödeln in der Gruppe. "So werden die Patienten
in eine frühe Entwicklungsstufe zurückversetzt, wo die Probleme noch
überschaubar waren", erläutert der Psychotherapeut. Dies sei
zwar eine Flucht, aber im positiven Sinne: "Es geht ja darum,
gemeinsam aktive Bewältigungsstrategien zu finden."
An der Universität Tübingen werden Titzes Erfahrungen derzeit überprüft.
Die Psychiaterinnen Barbara Wild und Irina Falkenberg testeten mit
depressiven Patienten ein achtwöchiges, gezieltes Humortraining.
Die ersten Ergebnisse deuten darauf hin, daß die Methode erfolgreich
ist. Während die Forscher noch nach endgültigen Beweisen für ihre
Hypothesen suchen, entwickelt sich Lachen als Wellness-Faktor zum
Trend.
In rund 50 Lachclubs im ganzen Land, Tendenz steigend, treffen sich
Lachlustige regelmäßig zur vorsätzlichen Erheiterung. Methode der
Wahl ist dabei eine bestimmte Yoga-Lachtechnik, das Hasya Yoga, das
vor zehn Jahren vom indischen Arzt Mandan Kataria aus Mumbai entwickelt
wurde. Die Idee ist, daß künstliches Lachen in der Gruppe früher
oder später in echtes Gelächter umschlägt.
Kataria beschreibt das Konzept auf seiner Internet-Seite so: "Jede
Lachsitzung fängt an mit tiefen Atemzügen und einem "Ho, ho,
ha, ha, ha". Darauf folgt eine große Auswahl von stimulierenden
Lachtechniken wie das herzliche Lachen, das stille Lachen, das Löwenlachen,
das schwingende Lachen, das Ein-Meter-Lachen, das Cocktail-Lachen,
das ansteigende Lachen und viele andere."
Eine andere Möglichkeit, das Lachen neu zu lernen, sind die Humorseminare
des Diplompsychologen, Theologen und Unternehmensberaters Thomas
Holtbernd aus Bottrop. Dieser hilft Führungskräften bei der Suche
nach ihrer witzigen Seite und gibt Firmen Tips, wie sich mit Humor
die Produktivität der Mitarbeiter steigern läßt.
"Viele Menschen trauen sich nicht, ihren Humor rauszulassen",
sagt Holtbernd. In seinen Seminaren lernten die Teilnehmer dann etwa,
wie man überzeugend einen Witz vortrage. Unbestritten ist, daß Humor
attraktiv macht.
In Umfragen geben die meisten an, daß sie sich einen humorvollen
Partner wünschen. Indes verstehen Männer und Frauen darunter nicht
dasselbe, wie der Psychologe Eric Bressler von der McMaster-Universität
in Ontario im Frühjahr bei einer Befragung von 150 Probanden herausfand.
Eine Frau braucht demnach nicht lustig zu sein: Der Mann ihrer Wahl
wird sie humorvoll finden, wenn sie herzhaft über seine Witze lacht.
Witzige Frauen würden eher als Kumpel betrachtet.
Frauen fühlten sich hingegen von unterhaltsamen Männern angezogen,
die sie zum Lachen brächten. Weniger erfolgreichen Witzschleudern
sei nun aber wenigstens ein schadenfrohes Grinsen gestattet: Wie
der kanadische Psychologieprofessor Rod Martin in einem demnächst
erscheinenden Buch zur Sozialpsychologie des Humors schreibt, gehen
die Liebesbeziehungen humorvoller Menschen häufiger schon nach einigen
Monaten in die Brüche.
Lachyoga
im Hamburger Yoga-Vidya Center
Yoga Vidya Journal, Ausgabe 19 | Sommer 2008 - Abschrift
Während in Bad Meinberg das Schlussritual der mächtigen 1008-Stunden-Yajna
stattfand, gab es bei uns im Unterricht der zweijährigen Yogalehrerausbildung
(im 2. Jahr) eine Besonderheit: Bei uns war Gabriela, sie ist Lachyoga-Lehrerin.
Ich hatte nicht gedacht, dass Lachyoga so viel zu bieten hat, es
war toll.
Wir machten Übungen im Sitzen, Stehen, Laufen und das Lachkonzert
wollte bei jedem neuen Spiel kein Ende nehmen - der Ansteckungseffekt,
sich kringelig lachen, Mimik, Komik, alles war dabei. Im Laufschritt
(oder beim Herumtollen) gaben wir Namasté an unseren Nächsten, dann
an einen anderen Nächsten und Ähnliches in Variationen.
Dann spielten wir in zwei Riegen. Eine Riege schimpfte das Gegenüber
mit furchterregender Gestik und Polterstimme, das Gegenüber "weinte" zum
Gotterbarmen. Dann wechselten die Rollen. Hinterher wurden alle mild
und lieb, machten gegenseitig Vergebungs-Honneurs mit säuselnden
Stimmchen, mit Lächeln bis zu den Ohren und tiefen Verbeugungen mit
einladend winkenden Händen.
Wäre das nicht eine wunderbare Übung zur Völkerverständigung? Sprachübergreifend!
Vielleicht sollte der Lachyoga als Symbol in das Programm des nächsten
Weltyogatags integriert werden.
Aber Spaß beiseite, es hat unserer Gruppe ungemein gut getan, das
sagten bereits einige von uns - alle Übungen haben große Wirkung,
sie lockern die Stimmung, lösen Verspannungen, öffnen Gemüter und
Gesichter, das viele Lachen erzeugt Glücksgefühle und verbindet durch
Freude und Ausgelassenheit.
Am Schluß gab es eine wunderschöne Lachyoga-Meditation - jeder Kopf
ruhte auf irgendeinem Bauch, der eigene natürlich auch. Und mit der
tiefen Einatmung hoben sich die Bäuche, und die darauf gelagerten
Köpfe wurden geschaukelt durch die Bauchatmung wie einst der Embryo
im Mutterleib, bis das glucksende Lachkonzert sich erhob und anschwoll
und die Köpfe und Bäuche zum Hüpfen brachte.
Vielen Dank, liebe Gabriela, ich hatte den Eindruck, dass alle weitaus
fröhlicher nach Hause gingen, als sie gekommen waren.
Erika
Hoho-hahaha
GESUND | 10. Sep 2008
Lachyoga
Von Bettina Seipp
Kinder lachen bis zu 400 Mal am Tag, Erwachsene nur noch 15 Mal.
Viel zu wenig, sagen Ärzte und preisen das Lachen als die beste
und preiswerteste Medizin der Welt. Viel zu wenig, sagen mittlerweile
auch Karriereberater, versprechen mehr Erfolg durch gute Laune
und wenden sich an so genannte Lach-Trainer wie Angela Mecking.
Die 36-Jährige bietet neben einem wöchentlichen Lachclub auch spezielle
Lachyoga-Kurse für Unternehmen und Führungskräfte an.
Nehmen wir eine Tagung in Potsdam. In der Pause nach dem zweiten
Vortrag wird Lachen gelehrt. Angela Mecking holt das Publikum vor
die Bühne, redet über Motivation, Teamfähigkeit und erklärt, warum
Lachen gegen Stress helfe. Dann Klatschübung auf "Hoho-hahaha",
tiefes Atmen, Arme hoch - und fallen lassen. Ein Seufzen geht durch
den Saal. Etwa 60 einander fremde Teilnehmer schütteln sich lachend
die Hände, loben sich gegenseitig und wirbeln gemeinsam "Lach-Energie" auf.
Nach 15 Minuten erscheinen die Gesichter befreit. "Das sollte
man öfter machen", sagt ein Teilnehmer.
Ein Löwenlachen zur Entspannung
"Gerade Menschen, die jahrelang Emotionen unterdrückt haben,
finden beim Lachen eine Möglichkeit, sich im geschützten Rahmen zu
öffnen und loszulassen", sagt Angela Mecking. "Viele sind
danach richtig erleichtert." Zum Beispiel Rainald Beese, der
schon lange in Meckings wöchentliche Lachyoga-Kurse kommt. Gemeinsam
mit den anderen Teilnehmern wandert er kreuz und quer durch den Raum
und klatscht in die Hände. Dazu rufen auch hier alle gemeinsam "Hoho-hahaha",
schauen sich in die Augen und lächeln sich an.
Ein tiefes Ein- und Ausatmen, dann die nächste Übung: Das Löwenlachen,
abgeleitet aus der "Löwenatmung" im Yoga. Die Zunge weit
herausgestreckt, die Hände zu "Löwentatzen" geformt, geht
der 38-jährige Kaufmann auf seine Mitmenschen zu und lacht. "Nach
dem Lachyoga fühle ich mich gelassen und entspannt", sagt er.
Das Löwenlachen mag am Anfang etwas ungewohnt sein, meint Angela
Mecking: "Es ist eine Übung, die ich eher mit Fortgeschrittenen
durchführe. Aber die Übung ist besonders gut für Gesichtsmuskulatur,
Zunge und Kehle. Sie baut Hemmungen ab und verbessert die Versorgung
der Schilddrüse mit Blut."
Wie kommt es, dass man das Lachen wieder lernen muss? Die Wurzel
aller Humorlosigkeit liegt angeblich in der Kirchengeschichte. Wer
lache, fürchte den Teufel nicht, warnte im 4. Jahrhundert ein Kirchenlehrer
und behauptete, Jesus habe niemals gelacht, allenfalls gelächelt.
Die Bibel lässt das Thema aus und berichtet lediglich von zwei Weinkrämpfen
des Heilands.
So erkennen Sie das echte Lachen
Angela Mecking lacht laut, als sie das hört. Es ist ein geschäftsmäßiges
Lachen, das nur die untere Gesichtspartie bewegt und nicht den Musculus
Orbicularis Oculi, den Ring-Muskel um die Augen. Erst wenn auch der
aktiv ist, lacht ein Mensch wirklich und kann andere anstecken. Jetzt
reicht es, die Gesprächsatmosphäre zu lockern. "Jesus hat bestimmt
gern und oft gelacht", glaubt Angela Mecking. "Denn wer
weint, lacht auch. Beides setzt die Fähigkeit voraus, Emotionen zu
zeigen."
Jetzt lacht sie wieder und ihr Musculus Orbicularis Oculi hat sich
zusammengezogen. Das Lachen ist also echt. Gelotologie, Lachforschung,
ist eine junge Wissenschaft. Die hat herausgefunden, dass Frauen
mit 500 Hertz lachen und Männer mit 280. Erst diese Schwingungen
lösen auch bei anderen Lachanfälle aus. Dann entspannt sich die Skelettmuskulatur,
die Gefäße werden weiter, das Hirn schüttet Endorphine aus und auch
die Zahl der Abwehrzellen nimmt zu. Dafür muss nicht einmal ein Witz
gerissen werden. "Ganz egal, ob das Lachen echt oder unecht
ist, die physiologischen Wirkungen sind die gleichen", sagt
Angela Mecking. "Wer Lachyoga betreibt, kann auch ohne Grund
lachen."
Lachtraining hilft Körper und Psyche
Viel hänge davon ab, dass man die Lachübungen regelmäßig betreibe,
sagt Angela Mecking. Erst dann würden die langfristigen gesundheitlichen
Wirkungen greifen. Neurologen bestätigen, dass nicht nur der Körper,
sondern auch die Psyche vom Lachen profitiert. Wenn immer die gleichen
Synapsen angeregt werden, verstärken sie sich. Ein lachkundiger Mensch
wird auch bei Problemstellungen eher eine heitere Seite sehen. Chinesen
würden sagen: Die Chance in der Krise. Angela Mecking sieht das auch
so. "Seit ich mit dem Lachyoga angefangen habe, hat sich mein
Leben komplett verändert", sagt die 36-Jährige. "Ich vertraue
darauf, dass es immer zum Besten für mich kommen wird - egal was
passiert."
Steckbrief Angela Mecking
Wie kam Angela Mecking (36) eigentlich selbst zum Lachyoga? Sie
blickt zurück. Vor fünf Jahren steckte sie in einer Lebenskrise: "Job
weg, Beziehung kaputt, Lebenslust dahin - ich machte das ganze Programm
durch. Jetzt weiß ich, wofür es gut war. Denn oft kommen Menschen
in meinen Lachclub, die das Lachen verloren haben." Durch eine
Freundin hörte Angela Mecking damals von einem Dr. Madan Kataria.
Der Arzt aus dem indischen Mumbai (früher: Bombay) gilt als Begründer
des Lachyogas. Nach eigenen Erfahrungen im Kataria-Seminar wurde
Angela Mecking immer häufiger gefragt, ob sie Lachyoga nicht mal
demonstrieren könne. Aus privaten Vorführungen wurde zunächst ein
Lachclub, daraus wurden dann Seminare und schließlich auch Workshops
für Manager.
"Lachyoga.
Denn Lachen ist die beste Medizin!"
Magazin Pflegen und Wohnen | Juli / August / September
2008
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