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Zweiter Deutscher Lachyoga-Kongress
Zeit für Purzelbäume* - Voller Lust und Lachen
Horn-Bad Meinberg bei Yoga-Vidya im Haus Shanti
01. – 03.04.2011, Beginn und Schluß um 14 Uhr
Rettet die Purzelbäume (Auszüge)
Von Kerstin Spoer
Bei Groß und Klein sehr wohl bekannt, geübt, gerollt, gerüttelt,
der Purzelbaum beliebt sehr ist, weil er die Glieder schüttelt.
Er ist bei Weitem unbekannt in Atlas und Botanik,
doch ist von Ausrottung bedroht. Oh Gott, ich kriege Panik!
...
Er wächst, gedeiht und räkelt sich in jeglicher Umgebung,
braucht Wasser nicht und Licht nur schwach, am meisten braucht er Regung.
Doch diese Chance, die geht ihm aus, ich weiß, was ihm kommt zunutze.
Ich stelle ihn, dank BUND, gleich unter Artenschutze.
Ich schütze, hege, pflege ihn, besorg ihm einen Paten
und setz ihn dann zur Geisterstund heimlich in Nachbars Garten.
...
Und, hat einer von Euch denn je bedacht,
ob ein Purzelbaum einen Ast sich lacht?
Wenn’s Pürzelchen was lernen soll, geht’s ab in die Baumschule?
Es sitzen muss, ganz still und starr, sogar auf einem Stuhle?
Was tät ich, wenn ich’s machen könnt, in seine Rinde ritzen?
Ich tanze, liebe, lache viel und pfeife auf das Sitzen.
Hier drehen, kullern und winden sich und biegen sich im Sturm
Lachyogis, denen der Holzwurm fremd, durchbohrt nur vom Drehwurm.
Ich denk, es führen Neid, Stress, Hass und Gier nur zum Salto Mortale
und blick mich vergewissernd um, hier in diesem großen Saale.
Herz und Energie und Mut und Witz sprechen zu uns im Purzelbaum.
Verwundern tut mich das ja alles kaum, unser Leben ist ein Traum.
Wir stellen das Leben auf den Kopf, mit Loslassen und Lachen,
was sollte ich, frag ich vergnügt, als Rheinländer sonst machen?
Ein jeder weiß, es öffnen sich bald jede Tür und Tor,
wenn heiter man die Rolle spielt und schlägt, na klar doch, mit Humor!
Auch wünsch ich Umsicht, Fröhlichkeit, auch auf dem Weg nach oben.
Probt doch mal den Purzelbaum als Raumgewinn und nicht die Ellenbogen!
...
Ich denke schon, ein jeder ist des Purzelbaumes Pate,
drum nenn ich nun den größten Wunsch, den ich sehr gern verrate:
Er möge Euch in Euer Herz tief seine Wurzeln treiben
und als Sinnbild von Erdung, Leichtigkeit und Lust an dieser Stelle bleiben.
Fortgeschrittenen-Training mit Dr. Madan Kataria
Tipps zu Führungsqualitäten für Lachyoga-Professionals
- Eine gute Führungskraft ist diejenige, die weitere Führungskräfte hervorbringen kann. Madan: „Wir sollten alle Leute im Lachclub ermutigen, selbst auch Lachyoga-Sessions anzuleiten.“
- Um einen Lachyoga-Club zu leiten, sollte man ein Team haben. Madan: „Die erfolgreichsten Lachyoga-Clubs auf der ganzen Welt sind meiner Erfahrung nach die, die von einer Gruppe, einem Team geleitet werden und nicht von einer einzelnen Person.“
- Wichtige Eigenschaft von Führungspersönlichkeiten ist die Leidenschaft. Madan: „Es ist wie, wenn du verliebt bist. Dann tust du alles, was du tust, aus Liebe.“ Und: „Leidenschaft bedeutet, du glaubst an etwas und es passiert, und keine Kraft der Welt kann dich daran hindern, es zu tun.“ Herausragendes Beispiel ist für ihn Lachclub-Gründer Jeffrey aus Kalifornien: „Jeffrey lachte einen ganzen Monat lang am Laguna Beach, ohne dass jemand dazugekommen wäre – das ist Leidenschaft.“ Mit dem phänomenalen Resultat, dass mittlerweile 22 bis 40 Leute zu Jeffreys Lachclub kommen, und dass sein Lachclub der einzige in den USA ist, der jeden Tag stattfindet.
- Es ist nicht die Aufgabe einer Führungskraft, Fehler bei anderen zu finden. Madan: „Versuche nicht andere zu korrigieren, versuche dich mit ihnen zu verbinden.“ Und: „Jede Person braucht Anerkennung. Wenn du die Fähigkeit entwickelst, andere wertzuschätzen, werden diese alles für dich tun.“
- Ein Geschäft zu haben, bedeutet nicht, alles zu wissen – etwa über Marketing. Madan: „Es gilt, die richtigen Menschen zu finden, zusammenzubringen und etwas gemeinsam entstehen zu lassen.“
- Mit dem angeeigneten Wissen gilt es so schnell wie möglich in Aktion zu treten. Dies sei gerade für Deutsche wichtig. Madan: „Viele haben das Gefühl, noch nicht genug Ausbildung hinter sich gebracht zu haben, warten deshalb weiter ab und kommen nicht ins Tun.“ Hier gelte es die „100-Meter-Weisheit“ anzuwenden: „Wenn du nachts mit dem Auto unterwegs bist, kannst du auf der Straße kaum hundert Meter überblicken. Aber wenn du die ersten hundert Meter gefahren bist, siehst du die nächsten hundert Meter. Auf diese Weise kannst du Tausende von Kilometern fahren.“
Übung des Alleine-Lachens
„Wenn du wirklich Lachen in dein Leben bringen willst, dann musst du lernen, alleine zu lachen“, sagt Madan Kataria. Einmal pro Woche in einem Lachclub zu lachen, reiche nicht aus. Als Lachclub-Leiter könne man die Übungen, die man anleite, auch alleine durchführen. Um morgens in Schwung zu kommen, sei es gut, mit Aufwärmübungen wie dem „Hohohaha“ zu beginnen und damit auch spielerisch umzugehen. „In dem Moment, wo die Verspieltheit da ist, kommt das Lachen automatisch“, so Madan. „Die verspielte Einstellung hilft einem auch den ganzen Tag über, aus kleinen Momenten das Lachen herauszuholen.“ Eine gute Methode für das Alleine-Lachen sei auch die Theater-Schauspieler-Technik, wo große Gesten und Posen übertrieben würdevoll dargestellt werden. Dabei erzählte Madan von einer frisch erfundenen Lachyoga-Übung frei nach Shakespeares Hamlet, wo mit zur Seite gestreckten und nach oben geöffneten Händen der Satz „Lachen oder nicht lachen“ theatralisch übertrieben abgewogen würde. Bei Gästen im Haus sei auch das geräuschlose Lachen möglich.
Praktische Tipps für Lachyoga-Leiter und -Lehrer
- Wenn bei einer Lachyoga-Präsentation oder -Session ein oder zwei Leute gleichgültig oder ernst schauen, sollte man diese nicht ständig anblicken (Madan: „Das nimmt Energie“), sondern sich auf die 98 Prozent konzentrieren, die Spaß haben und voll dabei sind.
- Oft wird vermittelt, dass man mit Lachyoga mehr Kalorien verbrennen kann. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass dem nicht so sei, so Madan. Deswegen sollte man dies fälschlicherweise auch nicht behaupten. Lachyoga hat aber viele andere positive, körperliche Wirkungen, die man hervorheben kann.
- Jeder Lachyoga-Leiter oder -Lehrer sollte eine Art Logbuch führen, in dem er neue Erfahrungen festhält. Madan: „An jedem Tag, an dem wir Lachyoga machen, entdecken wir so viele neue Möglichkeiten.“
- Als guter, effektiver Lachyoga-Leiter sollte man mindestens 100 Übungen parat haben. Es empfiehlt sich, Karteikarten mit Übungen dabeizuhaben, die man notfalls hervorziehen kann.
- Ein wichtiges Werkzeug für Lachyoga-Professionals ist die Kamera. Bilder und Videos dokumentieren die eigenen, durchgeführten Programme, die sich so mit anderen leichter teilen lassen. Madan: „Die beste Art und Weise, deinen Lachyoga-Club bekannt zu machen, ist durch Filme.“ Hier verweist er auf das Internet-Videoportal YouTube – „eines der besten Marketinginstrumente“. Beim Hochladen der Videos im Internet sei es aber wichtig, diese mit Suchbegriffen zu Lachyoga zu verknüpfen und einige Zeilen mit entsprechenden Keywords zu den Videos zu verfassen.
- Bei privaten Einladungen für Lachyoga-Sessions besteht die Gefahr, dass die Anwesenden nicht mitmachen und den Lachyoga-Leiter stattdessen für einen Entertainer oder Comedian halten. Bei einem Dinner, wo es Essen und Trinken gibt, nehmen die Leute nach Mandans Erfahrungen nicht am Lachyoga teil.
Was sind Kaulauer? – Karin Burschik: „Buchstaben von A bis J, weil die auf das K lauern.“
Humorlabor
Im „Humorlabor“ ging es darum, von Karin Burschik gezeigte, lustige Fotos mit passenden, witzigen Bildunterschriften zu versehen:
- Baby mit Spinat im Gesicht. – Etwa: „Hätte ich doch besser den weißen Rasierschaum nehmen sollen.“
- Kirche, vor der zwei Schilder zum Ort Elblang weisen – allerdings in entgegengesetzte Richtungen. – Etwa: „Alle Wege führen nach Elblang.“
- Feuerwehrmann, der auf einem Stuhl sitzend in aller Seelenruhe ein brennendes Haus mit Wasser anspritzt. – Etwa: „Cooler Job!“
- Landwirtschaftliches Feld mit vielen, kreuz und quer laufenden Linien. – Etwa: „Bauer sucht Frau.“
Parallelen zwischen Meditation und Lachen
- Beide bringen uns ins Hier und Jetzt.
- Beide öffnen das Herz.
- Bei beiden gibt es jeweils eine Variation mit und ohne Form: Bei der Meditation mit Form konzentriert man sich auf ein Meditationsobjekt; Lachen mit Form ist Lachen über einen Witz. Meditation ohne Form ist im Hier und Jetzt bewusst zu sein; Lachen ohne Form ist Lachyoga.
Themen von Lachyoga-Sitzungen mit Lachyoga-Übungen für Burn-out-Betroffene
Heute im Büro
- Kundenreklamation auf Dschibberisch
- Lachen über E-Mails
- Wegwerfen von Papier auf dem Schreibtisch
- Lachen am Telefon
- Mit dem Lachhubschrauber zur Kantine
- Mit dem Aktenvernichter Papier auf dem Boden aufsaugen (Rasenmäher-Übung)
Heute in der Schule
- Gespräch mit Schüler/Eltern
- Lachen über den Stundenplan
- Wegwerfen von Papier auf dem Schreibtisch
- Lachen am Telefon
- Mit dem Lachhubschrauber zum Lehrerzimmer
- Mit dem Aktenvernichter Papier auf dem Boden aufsaugen (Rasenmäher-Übung)
Weitere Themen
- Heute auf der Station
- Heute im Wellness-Bereich
- Heute am Flughafen
- Heute im ...
Die Lippenbremse ist nicht mit einem großen Druckaufbau in der Lunge verbunden, wie fälschlicherweise oft angenommen wird. Stattdessen ist die Lippenbremse eine lockere Ausatmung über den spitzen Mund (Mundhaltung etwa wie beim Pfeifen), bei der man die Luft leicht gebremst ausströmen lässt. So, als ob man mit dem Ausatmen eine Kerze zum Flackern bringt. Dieses leichte Blasen darf nicht anstrengend sein; es sollte aber bis zum Ende ausgeatmet werden.
Verschiedene Arten von Lachen in Indien
- Smita: Lachen, ohne Zähne zu zeigen
- Hasita: Lachen, wobei die Zähne wenig sichtbar sind
- Vihasita: Lachen, wobei die Zähne vollständig sichtbar sind
- Avahasita: Die Nase ist beim Lachen aufgebläht und die Augen schielen
- Apahasita: Beim Lachen tränen die Augen und die Schultern zucken
- Atihasita: Die lachende Person klatscht in die Hände und springt in die Luft
Lachyoga-Übungen für Wunscherfüllung und Vision
- Altes loslassen: Sorgen weglachen;
Stress in den Mülleimer; „Das ist die Welt, das bin ich …“
- Das Vergangene segnen: Namasté, Vergebungslachen
- Sich öffnen für Neues: Herzöffnungslachen, Chakren-Lachen
- Wunsch abschicken: Decke füllen und hochwerfen; Füllhorn des Glücks, Lach-Rakete
- Liebe hineingeben: Herzlachen, Bärenlachen, liebevolles Lachen
- Loben, danken und feiern: lobendes Lachen, Teamlachen, La-Ola-Lachen
Beispiele für die vier komischen Gesellen Witz, Spaß, Spott, Humor
Witz
Als Hitler an die Macht kam, ist Karl Valentin von einem Bekannten gefragt worden: „Na, was sagen Sie denn jetzt zu diesem Machtwechsel?“ Karl Valentin darauf: „I soag nix. Des wird mer doch noch soagn dürfen.“
Was bedeutet der Hitlergruß? – Aufgehobene Rechte.
Spaß
Das Kind kommt völlig schmutzig heim vom Spielen. Die Mutter sagt: „Weißt du, was ein Ferkel ist?“ Das Kleine sagt darauf: „Ja, das Kind von einer Sau!“
Zur alleinerziehenden Mutter mit ihrer fünfjährigen Tochter kommt die Tante zu Besuch. Die Tante sitzt im Wohnzimmer, Mutter und Tochter sind in der Küche und richten Kaffee und Kuchen her. Da läuft die Kleine zur Tante rüber und schleckt ihr Kleid ab. Dann schleckt sie es noch einmal ab und sagt: „Das Kleid ist wirklich geschmacklos.“
Ein ganz alter Börsenspekulant und ein ganz junger gehen in die Börse. Nach einiger Zeit sagt der Junge zum anderen: „Du, wo ist denn das WC?“ Sagt dieser: „WC in der Börse? Da gibt’s doch kein WC. Da scheißt der eine den anderen an.“
Spott
Witz aus der Hitlerzeit: Alle Stände sind aufgehoben … der Anstand, der Verstand, der Wohlstand. Es gibt nur noch den Notstand.
Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging und das Elend, speziell in den Großstädten, ganz schlimm war, hat man riesige, zwei mal fünf Meter große Plakate aufgehängt, auf denen stand: „Niemand darf hungern, niemand darf frieren.“ Zwei Arbeiter sehen das Plakat und der eine sagt zum anderen: „Ach, das dürfen wir auch nicht mehr.“
Humor
Der Jankeli kriegt Besuch von seinem Freund Josl. Der sagt: „Na Jankeli, wie geht’s dir denn?“ „Miserabel“, sagt dieser zum Freund, „meine Zähne tun weh, mein Blutdruck ist viel zu hoch, meine Bronchien sind entzündet, mein Magengeschwür wird immer größer – und selber fühle ich mich auch nicht so wohl.“
Zwei Versicherungsvertreter treffen sich zum Abendessen, ein „alter Hase“ und ein Junger. Der alte Hase sitzt schon bei seinem Bier und der Junge kommt völlig genervt und aufgelöst und sagt: „Dieser Job ist einfach zum Kotzen. Überall, wo man hinkommt, wird man beleidigt.“ Sagt der Ältere dann: „Das kann ich nicht sagen. Ich bin schon angespuckt worden, man hat mich hinausgeschmissen, geohrfeigt – aber beleidigt hat mich noch niemand!“
Nordrhein-westfälische Katastrophen-Limericks von Julia Hagemann
Ein Obergefreiter aus Hilden
war täglich bestrebt, sich zu bilden.
Aus Neugier schaut’ er
von vorn ins Gewehr
und schwebt nun in andern Gefilden.
Es lebt’ ’ne Matrone in Erkrath,
die jeden Tag ein gutes Werk tat,
drum reut’ es sie sehr,
als sie, zwei Zentner schwer,
in Stöckelschuhn auf einen Zwerg trat.
Ein junger Pilot, wohl aus Haltern,
vertat sich im Cockpit mit Schaltern,
und hast du an ihn
Moneten verliehn,
dann sprich mit den Nachlassverwaltern.
Der Exbürgermeister von Münster,
der schaut’ seiner Gattin zu finster,
drum stopft sie ihn aus
und setzt ihn zu Haus
aufs Wohnzimmersofa, jetzt grinst er.
Lachyoga-Hymne „Laughter Yoga Anthem“ von Les Laughettes
Refrain:
We spread joy, peace and laughter
Happy ever after
Laughing like a child
Healthy, strong and wild.
Gemeinsames Lacherlebnis Eltern – Kinder
- Die Eltern lernen von ihren Kindern, denn die können sich noch „kugeln“ vor Lachen.
- Gemeinsame Entspannung mit Spiel und Spaß ohne großen Aufwand.
- Die Kinder erleben ihre Eltern entspannter und fröhlicher.
- Stress-Situationen können besser gemeistert werden.
- Dies stärkt die Beziehung und das positive Miteinander.
- Gesundheitliche Vorteile: Es wird zum Beispiel das Immunsystem gestärkt.
- Die kreativen Fähigkeiten werden gefördert. Das Selbstvertrauen entwickelt sich.
- Lachen verbessert die mentale und sportliche Leistungsfähigkeit.
- Eltern und ihre Kinder lernen, das Leben leichter zu nehmen und mehr Lebensfreude in den Alltag zu bringen. Wenn die Fröhlichkeit zu einer Lebensart in den Familien wird, können alle eine positive Einstellung bewahren.
Beliebte Übungen mit Kindern
- Hoho-hahaha-Klatschen
- Gorilla und weitere Tiere
- Lachen verschenken
- Lachrakete
- Fingerübungen
- Zaubertrank
- Lachsuppe
- Lachdusche
- Laufsteg mit Applaus
- Pferderennbahn
- Loben
- Quatschgeschichten, Brabbeln
- Spielerische Entspannungs- und Atemübungen
- Spiel, Spaß und Clownerie
Interview mit Gabriela Leppelt-Remmel
Lachyoga noch bekannter werden zu lassen, ihm noch mehr Qualität(en) zu verleihen und es vor allem für die Menschen noch verfügbarer zu machen – dieser viel Engagement verlangenden Aufgabe hat sich die Lachyoga-Meisterin Gabriela Leppelt-Remmel verschrieben. Im Interview zieht sie eine Bilanz des 2. Lachyoga-Kongresses und wirft einen Blick in die Lachyoga-Zukunft.
Gabriela, der von dir organisierte 2. Lachyoga-Kongress stand unter dem Motto „Zeit für Purzelbäume“. Wie viele Purzelbäume hast du denn selbst auf der Veranstaltung gemacht?
Gabriela: (lacht) Der ganze Kongress war für mich eigentlich ein großer Purzelbaum, der sich bis zum Schluss durchrollte – fröhlich beschwingt und voller Leichtigkeit.
Was ich ansonsten regelmäßig mache und gerade im Vorfeld des Kongresses durchgeführt habe, um mich fit zu halten, sind meine Yogaübungen. Da gibt es viele Vorwärtsbeugen, die den Ansatz eines Purzelbaums tragen. Und dann mache ich auch meinen Kopfstand regelmäßig – das ist auch eine Art von Purzelbaum.
Was war jetzt beim Lachyoga-Kongress wesentlich anders als im vergangenen Jahr, als du diese Veranstaltung aus der Wiege gehoben hast?
Gabriela: Beim 1. Lachyoga-Kongress ging es noch darum, Lachyoga vom Grundlagen-Wissen her zu vermitteln. Bei diesem Kongress war das nicht mehr so, es wurde davon ausgegangen, dass die Teilnehmer das Thema gut kannten und schon wussten, wie facettenreich Lachyoga ist. Was ich bei diesem Kongress mit hineingenommen habe, war noch mehr Freiraum für Kreativität. So ist es gelungen, das Tanzen, Singen und Schauspielern, den spielerischen Aspekt in die Lachyoga-Sessions miteinzubeziehen. Die Kindlichkeit wurde ganz stark mit hineingenommen, die Tür zum inneren Kind geöffnet. Es ging diesmal auch darum, durch das heitere Element Lachyoga unsere Kreativität auszudrücken und das in uns steckende Potenzial wach zu kitzeln und Übungen voranzubringen, durch die Talente auf spielerische Weise entwickelt werden. Und noch mehr Bewegung – nicht nur bei den Tanzworkshops – zu fördern. Das Lachyoga, wie es 1995 entstanden ist, wäre heute zu starr – es gehört die Verspieltheit dazu, das, was Madan Kataria als „childlike playfulness“ bezeichnet. Auch hat jeder der Referenten und Referentinnen mittlerweile seinen eigenen Stil entwickelt. Wie zum Beispiel Silvia Rößler, die Physio-Akupunkttherapeutin, Tanz-Sozialtherapeutin und Tanz- und Theaterpädagogin ist, und dies alles mit Lachyoga zusammenbringt. Lachyoga ist hier oft die verstärkende Komponente, das Sahnehäubchen.
Der Therapieansatz, der beim 1. Lachyoga-Kongress schon vorhanden war, wurde noch weiter ausgebaut ...
Gabriela: Ja, es gibt tolle Beispiele, dass Lachyoga in vielen Richtungen in der Therapie erfolgreich ist – dem wollte ich eine Plattform geben. Beim Burn-out-Syndrom etwa hat sich Lachyoga als Instrument erwiesen, das zu deutlich beschleunigten Behandlungserfolgen bei der Aktivierung der Betroffenen führen kann. Hier hatten wir auf dem Kongress ja Jürgen Loga und Petra Seiter vom Burnout-Helpcenter aus Löwenstein zu Gast. Von der therapeutischen Seite war auch Gerhard Poppe da, der das Guolin-QiGong vorstellte, das gerade in China bei Krebstherapie und -prophylaxe erfolgreich praktiziert wird. Laut dem Qi-Gong-Lehrer Poppe, der auch Lachyoga-Therapeut ist, verstärkt das Lachen die ohnehin schon positive Wirkung.
Worauf hast du beim Ablauf des Programms besonderen Wert gelegt?
Gabriela: Soweit machbar, habe ich Angebote zu gleichen Themen so gelegt, dass jeder die Chance hatte, diese zu besuchen. So gab es drei Tanzworkshops und auch Angebote zu Lachyoga mit Kindern zu jeweils unterschiedlichen Zeiten. Und während im vergangenen Jahr der ganze Kongress zeitlich straffer organisiert war, habe ich auf Anregung von Teilnehmern hin diesmal längere Pausen mittags und abends eingebaut. So hatten die Besucher auch die Gelegenheit, miteinander verstärkt ins Gespräch zu kommen.
Warum hast du auch Angebote mit ins Programm genommen, die auf den ersten Blick so rein gar nichts mit Lachyoga zu tun haben – so das Kommunikations-Handpuppenspiel und ein Seminar mit Kristallklangschalen?
Gabriela: Ich möchte auch Randthemen zeigen. Die Beschäftigung mit Klang zum Beispiel ist sehr wertvoll: Sie löst viel Freude aus, und es gibt auch Klänge, von denen man sagt, dass sie heilen. Lachyoga hat wie Yoga einen ganzheitlichen Ansatz und es ist gut, diese Dinge miteinzubeziehen. Alles, was Glücksgefühle in uns auslöst, hat einen hohen Stellenwert und es rundet das Konzept des Lachyogas ab. Bei den Handpuppen ist es genauso: Wenn man sich so eine Puppe anschaut, muss man sofort lächeln. Sie löst das Lachen regelrecht aus. Durch die spielerische Arbeit mit Handpuppen lässt es sich gut mit Menschen in Kommunikation treten, so dass sie ihr Herz öffnen. Im Seminar mit Kommunikations-Handpuppenspieler Dieter Fechtel war es fantastisch für mich, in dem gezeigten Film über seine Arbeit im Seniorenheim zu sehen, wie er die alten Menschen auf die kindliche Ebene geholt hat, die Tür zu ihrem inneren Kind aufgestoßen hat. Klänge und Handpuppen sind sozusagen Teile eines „Riesenwerkzeugkoffers“, der auch die ganzen Lachyoga-Übungen enthält, und der dazu dient, die Menschen zum Lächeln und zum Lachen zu bringen, die Emotionen der Menschen zu erreichen.
Was hat dich am meisten bei diesem Lachyoga-Kongress berührt? Was nimmst du persönlich für dich mit?
Gabriela: Am meisten berührt hat mich die ganze Stimmung. Es waren drei Tage voller Heiterkeit, Beschwingtheit, Harmonie und Lebenslust – das war für mich wie ein Jungbrunnen. Es gab überall freundliche Blicke, man wurde in den Arm genommen. (lacht) Ich weiß tatsächlich nicht mehr, wie oft ich umarmt worden bin. Die Herzenswärme, die überall verteilt, versprüht, verschenkt wurde – das war für mich das Allergrößte. Es ist so leicht und es steckt in uns allen drin, wir müssen es nur zulassen und herauslassen.
Nach dem Kongress ist vor dem Kongress. Hast du schon etwas in der Planung für den 3. Lachyoga-Kongress, der 2013 stattfinden soll?
Gabriela: Ich könnte mir gut vorstellen, dass beim nächsten Mal das Thema „Lachen in der Natur“ die Richtung vorgeben wird. Denn auch die Natur gehört für uns zu einem glücklichen Dasein dazu. Und: Wenn schon künstlich lachen, dann wenigstens in natürlicher Umgebung. Hahaha ...
*) „Purzelbäume“ ist als Symbol zu verstehen für
Lebenslust, Beweglichkeit, Mut, Witz, Lebenskunst, Gesundheit, Heilung,
Yoga, Lachen, Kindlichkeit, Spielen, Talent, Improvi-sation, Fantasie,
Trickreichtum, Geschicklichkeit, Staunen, Überschwang, Hinfallen
und wieder aufstehen, Perspektivwechsel…und zwar für jedes
Alter und in jedem Bereich. Lachyoga, Yoga und Humor bilden eine starke
Verbindung, bei der die Purzelbäume des Lebens als
Möglichkeiten für Entwicklung und Wachstum hin zum inneren
und äußeren Frieden begriffen werden. |